Lautstarke Erinnerungen

 

Vinnum - Hier dröhnte ein Ford Major, dort ratterte ein alter Fendt, weiter hinten puffte und knallte ein Lanz Bulldog: Die Schlepperfreunde Olfen konnten auf ihrem sechsten Oldtimertreffen wahre Kostbarkeiten präsentieren.

 

"Gut 200 Schlepper sind diesmal dabei", betonte Franz-Josef Freitag nicht ohne Stolz. Der Vorsitzende der Schlepperfreunde blickte mit einem Lächeln über das Lützow-Anwesen. "Die Organisation ist immer eine große Herausforderung, aber das Gelände hier ist einfach eine Pracht."

200 Schlepper " da fehlte es nicht an Raritäten. Artur Exter-Heidbauer sorgte mit seinem "O & K" aus dem Jahre 1942 für Aufsehen. "Von diesem Exemplar gibt es vielleicht noch zehn Stück", schätzte der Dortmunder. Mit der Schlepper-Marke verbindet Exter-Heidbauer ganz besondere Erinnerungen: "Ich war fünf Jahre alt, als ich zum ersten Mal auf einem ,O & K" saß." Somit symbolisiert der Schlepper ein nicht unbedeutendes Stück seiner Kindheit und Jugend.

 

Christian Tenberge aus Darup feierte am Wochenende eine Premiere. Zum ersten Mal zeigte er seinen "Pampa" bei einer Schlepperschau. "Seit zwei Monaten bin ich stolzer Besitzer", verriet Tenberge, der das Fahrzeug aus Argentinien importieren ließ. "Es musste einfach diese Marke sein. Es wurden nur 3000 Stück gebaut. In Argentinien sind sie teilweise noch heute im Einsatz", fuhr Tenberge fort.

 

Er selber erledigt gar kleine Aufgaben auf seinem Hof mit dem Oldtimer aus dem Jahre 1954: "Das macht einfach riesigen Spaß."

 

Wie sich die technischen Helfer der Landwirte mit den Jahrzehnten verändert haben, zeigte die Ausstellung "Im Wandel der Zeit". Franz-Josef Freitag schritt die Reihe der Schlepper langsam ab: "Das erste Fahrzeug ist ein Lanz Bulldog aus dem Jahr 1940 mit 20 PS, das letzte ein Vendt Vario mit 180 PS", kommentierte Freitag. "Allein die Vendt-Vorderräder sind größer als die Hinterräder des Bulldogs", stellte der Vorsitzende amüsiert fest.

 

Die 30 Mitglieder der Schlepperfreunde hatten darüber hinaus für ein stolzes Rahmenprogramm gesorgt. So lockte ein kleiner Markt mit Ersatzteilen, und Souvenirs der verschiedenen Marken gab es in Hülle und Fülle.

"Sogar das Wetter spielt mit", freute sich Freitag. Und so knallten und ratterten die historischen Schätzchen ungestört vor sich hin. - bwo

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